Süditalien

Juli 2019 · 17 Tage

Über diese Reise

17 Tage
3.732 km
1 Land

Rundreise Neapel - Vieste - Manfredonia - Matera - Neapel

Neapel hat eine dunkle Anziehungskraft, die man erst beim zweiten Hinschauen versteht — hinter den goldenen Gassen und den Kindern, die von Brücken ins Meer springen, liegen Knochenkammern und ein Totenkult, der Trost statt Schrecken bringt. An der Adriaküste dann das Gegenprogramm: das stille Türkis der Tremiti-Inseln, die archaischen Fangnetze von Vieste. Und in Matera die Erkenntnis, dass Menschen bis vor siebzig Jahren in Höhlen lebten — eine Reise, die unter die Oberfläche geht.

Ankunft in Naples – Foto 1
Tag 1

Ankunft in Naples

Sa, 13. Juli · Naples, Napoli, Italy, IT · ⛅ 27°C

Es ist früher Samstagabend als wir - begleitet von einer fantastischen Aussicht - auf dem Flughafen von Neapel landen. Es ist warm und alles ist in goldenes Licht getaucht. Mit dem Taxi fahren wir zu unserer Unterkunft, wo uns Fabrizio - unser Gastgeber in Empfang nimmt.

Ankunft in Naples – Foto 2
Ankunft in Naples – Foto 3
The Bristol Suite – Foto 1
Tag 1

The Bristol Suite

Sa, 13. Juli · Naples, Napoli, Italy, IT · ☁️ 24°C

Unsere erste Unterkunft ist eine Privatwohnung in einem ehemaligen Hotel an den Grenzen der beiden Bezirke Vomero und Chiaia. Es scheint eine wohlhabenderen Gegend zu sein. Die Straßen schlängeln sich den Hang hinauf und wir genießen einen fantastischen Panoramablick auf den niedriger gelegenen Stadtteil, den Golf von Neapel und den Vesuv. Es ist ein bisschen als würde man in eine andere Zeit zurück versetzt. Vor der riesigen Tür im Eingangsbereich wirken wir wie Zwerge. Über den Innenhof gelangen wir zu unserem Aufgang. Als wir die Unterkunft Montag früh verlassen, ist alles lichtdurchflutet. Nun sind die schweren Türen zum ersten mal komplett geöffnet und sogar das kleine Pförtnerhäuschen ist besetzt.

The Bristol Suite – Foto 2
The Bristol Suite – Foto 3
The Bristol Suite – Foto 4
The Bristol Suite – Foto 5
Sommer in Neapel – Foto 1
Tag 2

Sommer in Neapel

So, 14. Juli · Naples, Napoli, Italy, IT · ⛅ 29°C

Obwohl direkt am Wasser gelegen, gibt es keine wirklich attraktive Strände oder tollen Möglichkeiten zum baden. Die meisten Küstenabschnitte sind felsig und schwer zugänglich. Trotzdem will man sich an so heißen Sommertagen die Erfrischung nicht nehmen lassen und so wird jede Möglichkeit genutzt. Anstelle eines Strandes, richtet man es sich so gut es eben geht auf den Felsen ein oder macht es sich - wie hier am Castel - auf Booten gemütlich, während die Kinder die Brücke als Sprungturm nutzen.

Sommer in Neapel – Foto 2
Sommer in Neapel – Foto 3
Gassen – Foto 1
Tag 2

Gassen

So, 14. Juli · Naples, Napoli, Italy, IT · ⛅ 30°C

Es spielt eigentlich kaum eine Rolle wo wir uns gerade befinden, denn jede Ecke die wir kennenlernen ist sehenswert und voller Charme. Seien es die zahllosen bunten Gassen oder der Blick von oben über die Stadt und den Golf von Neapel... Tausend Winkel und Perspektiven mit immer neuen Eindrücken...

Gassen – Foto 2
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Gassen – Foto 6
Gassen – Foto 7
Gassen – Foto 8
Stadtstrand – Foto 1
Tag 2

Stadtstrand

So, 14. Juli · Naples, Napoli, Italy, IT · ⛅ 29°C

Am Abend nutzen auch wir nochmal den wenig attraktiven Strand für eine schnelle Erfrischung.

Stadtstrand – Foto 2
Stadtstrand – Foto 3
Galleria Umberto I – Foto 1
Tag 2

Galleria Umberto I

So, 14. Juli · Naples, Napoli, Italy, IT · ⛅ 27°C

Beim schlendern durch die Stadt treffen wir auf diesen prächtigen Bau aus dem 19. Jahrhundert. Die Einkaufspassage wurde nach der Choleraepedemie von 1884 als Teil der Stadterneuerung (risanamento - Heilung) erbaut, in dem Bemühen besonders ungesunde Viertel durch elegante moderne Gebäude und öffentliche Plätze zu ersetzen.  Die damals katastrophalen hygienischen und sanitären Verhältnisse ebneten den Weg für die Seuche. Es gab Stadtteile in denen sich 130.000 Menschen auf einem Quadratkilometer drängten. Zum Vergleich: im dichtbevölkerten London waren es nicht einmal ein zehntel. Als Mark Twain Neapel bereiste vermutet er, man müsse wohl nicht unbedingt sterben, wenn man Neapel gesehen habe, aber der Versuch, dort zu leben, könnte sich als schwierig erweisen. Neapel ist bis heute unter den Top Ten der europäischen Städte mit der höchsten Bevölkerungsdichte.

Galleria Umberto I – Foto 2
Galleria Umberto I – Foto 3
Galleria Umberto I – Foto 4
Galleria Umberto I – Foto 5
Warten in Foggia – Foto 1
Tag 3

Warten in Foggia

Mo, 15. Juli · Foggia, Foggia, Italy, IT · ⛅ 26°C

Bereits nach unserer zweiten Nacht in Neapel reisen wir weiter. Unser Ziel ist Vieste. Dafür müssen wir zuerst nach Foggia. Bis dahin kommen wir mit dem Flixbus. Wir sind uns nicht zu 100% sicher ob und wie wir von Foggia nach Vieste gelangen. Google zeigt täglich einige Verbindungen mit der Sita Sud Linie an. Leider haben wir sonst kaum Informationen. Aber wenn wir halbwegs pünktlich mit dem Flixbus ankommen, bleibt mehr als genug Zeit - insgeheim hoffe ich, dass es noch Alternativen gibt, bei denen wir nicht so lange warten müssen aber vor allem hoffe ich, dass wir überhaupt Tickets und einen Anschluss bekommen.

Warten in Foggia – Foto 2
Ankunft in Vieste – Foto 1
Tag 3

Ankunft in Vieste

Mo, 15. Juli · Vieste, Foggia, Italy, IT · ☁️ 24°C

Am Abend kommen wir in Vieste an. Nun wo alles geklappt hat und wir unser vorläufiges Ziel erreicht haben, fällt auch eine gewisse Anspannung von uns ab und es kommt Urlaubsstimmung auf. Der Ort tut das seine und auf dem Weg vom Busbahnhof zum Hostel genießen wir schon die entspannte Atmosphäre. Nach dem einchecken machen wir gleich wieder los um was zu essen. Unsere Wahl ist ein Glücksgriff. Ein kleines Familienrestaurant - absolut symphatisch, herzlich und unglaublich lecker! Wir sitzen gemütlich draußen bis wir von einem plötzlichen Regenschauer überrascht nach drinnen ausweichen. Dann ist es allerdings auch schon recht spät und Magnus fordert sein Recht ein schlafen zu gehen. Wir beiden Erwachsenen drehen noch ne Runde.

Ankunft in Vieste – Foto 2
Ankunft in Vieste – Foto 3
Ankunft in Vieste – Foto 4
Unsere Unterkunft – Foto 1
Tag 3

Unsere Unterkunft

Mo, 15. Juli · Vieste, Foggia, Italy, IT · ☁️ 23°C

Unser Guesthouse ist so weiß wie die Stadt. Ein kompletter Kontrast zu unserem Aufenthalt in Neapel. Alles ist sauber, sehr geschmackvoll und hell. Auch die Eingangstür ist hier eher für schmale Typen ausgelegt :-) sehr ansprechend und wir fühlen uns wohl.

Unsere Unterkunft – Foto 2
Unsere Unterkunft – Foto 3
Unsere Unterkunft – Foto 4
Vieste – Foto 1
Tag 4

Vieste

Di, 16. Juli · Vieste, Foggia, Italy, IT · ☁️ 23°C

Das malerische Vieste scheint direkt aus dem Fels zu wachsen und im Zusammenspiel von Wasser, Stadt und Wolken wirken die Aufnahmen fast dramatisch. Am Vormittag streifen wir durch die Gassen der mittelalterlichen Altstadt und erkunden die äußersten Ausläufer der Stadt. Dabei treffen wir auch auf die für diese Region so bekannten Pfahlbauten - die sogenannten Trabucchi (zu Deutsch „Fischergalgen“). Dabei handelt es sich um Fisch­fangvorrichtungen.

Vieste – Foto 2
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Vieste – Foto 8
Vieste – Foto 9
Vieste – Foto 10
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Vieste – Foto 13
Ein Tag am Strand – Foto 1
Tag 5

Ein Tag am Strand

Mi, 17. Juli · Vieste, Foggia, Italy, IT · ☀️ 26°C

Ein Tag am Strand – Foto 2
Vieste – Foto 1
Tag 6

Vieste

Do, 18. Juli · Vieste, Foggia, Italy, IT · ☁️ 24°C

Da wir an unserem Strandtag zu viel Sonne getankt haben, beschließen wir heute unsere Haut zu schonen. Magnus darf sich ausschlafen und den ganzen Tag lümmeln während Micha und ich gemütlich frühstücken und uns danach um organisatorisches kümmern. Wir wollen herausfinden von wo der Bus nach Manfredonia abfährt und Tickets für Samstag besorgen. Das erweist sich als aufwendiger als erwartet, denn an der von Google vorgeschlagen Stelle sehen wir den Bus nur von weitem vorbeifahren. Letztlich stellt sich heraus, dass zumindest Abfahrtsort auch gleich Ankunftsort ist und das wir Tickets z.B. im Tabakladen bekommen. Alles kein Problem sobald man es weiß. Glücklicherweise sind die Italiener freundlich und bemüht zu helfen, auch wenn viele kein Englisch sprechen. Im Waschsalon waschen und trocken wir dann noch unsere Wäsche und zum frühen Abend besorgen wir am Hafen Tickets für einen Ausflug zu den Tremiti Inseln - es soll lohnenswert sein und ist bestimmt ein schöner Abschluss für unseren letzten Tag hier in Vieste. Zwischen und nach unseren Besorgungen spazieren wir durch die Stadt und wie jeden Abend kehren wir irgendwann in unserem Lieblingslokal ein. Hier waren wir beim ersten mal so zufrieden, dass wir einfach dabei geblieben sind und jeder halbherzige Versuch etwas anderes zu probieren, wurde schnell verworfen.

Vieste – Foto 2
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Vieste – Foto 7
Vieste – Foto 8
Isole Tremiti - San Domine – Foto 1
Tag 7

Isole Tremiti - San Domine

Fr, 19. Juli · Isole Tremiti, Foggia, Italy, IT · ☀️ 26°C

Heute klingelt der Wecker früh. Um 8:35 geht's vom Anleger in Vieste los und nach ca. 1 1/2 Stunden Fahrt erreichen wir San Nicolas. Dort steigen wir in ein kleineres Boot, auf dem wir die Inseln umrunden und die vielfältigen Felsformationen und Grotten vorgeführt bekommen. Es ist eine ziemlich touristische Angelegenheit aber wir fanden es trotzdem lohnenswert. Da wir während der Fahrt die ganze Zeit in der prallen Sonne saßen, bereitet uns der kleine Badestop besonderes Vergnügen. Das Wasser ist klar und hat eine sagenhafte Farbe und es ist eine riesige Freude von der Reling ins Wasser zu springen. Die meisten Boote ankern übrigens in der Nähe einer vier Meter hohen Pater Pio Statue, die auf dem Meeresgrund steht und die Arme nach oben streckt (so richtig haben wir nix gesehen, vielleicht mit Taucherbrille?). Nach der Tour legen wir auf San Domine an und kraxeln den steilen Weg hinauf in den kleinen Ort. wo wir uns ein Restaurant suchen, denn mittlerweile sind wir alle ordentlich hungrig. Bevor wir auf die nur 100 Meter entfernte Nachbarinsel übersetzen, gehen wir an einem kleinen Traumstrand baden. Es ist zwar voll, aber das Wasser, die kleinen Grotten und der tolle Blick entschädigen.

Isole Tremiti - San Domine – Foto 2
Isole Tremiti - San Domine – Foto 3
Isole Tremiti - San Domine – Foto 4
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Isole Tremiti - San Domine – Foto 9
Isole Tremiti - San Domine – Foto 10
Isole Tremiti - San Nicola – Foto 1
Tag 7

Isole Tremiti - San Nicola

Fr, 19. Juli · Isole Tremiti, Foggia, Italy, IT · ☀️ 26°C

Isole Tremiti - San Nicola – Foto 2
Isole Tremiti - San Nicola – Foto 3
Isole Tremiti - San Nicola – Foto 4
Isole Tremiti - San Nicola – Foto 5
Isole Tremiti - San Nicola – Foto 6
B&B Le Ferule – Foto 1
Tag 9

B&B Le Ferule

Sa, 20. Juli · Manfredonia, Foggia, Italy, IT · 🌙 23°C

Bei unserer Ankunft in Manfredonia werden wir von unserer Gastgeberin Elisabetta herzlich empfangen. Wir verbringen zwei Nächte in ihrem kleinen B&B in der Altstadt. Die Räume sind bezaubernd und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Im Flur stehen selbstgemachte Kuchen und kleine Knabbereien für die Gäste. Wenn ich richtig gesehen habe werden vier Zimmer vermietet, aber am allerschönsten erscheint mir trotzdem unser Eckzimmer mit der grünen Tür und den zwei großen Balkonfenstern. Auf einem der Balkone sitzen wir abends, Micha kann in Ruhe rauchen und ich trinke gemütlich meinen Kaffee.

B&B Le Ferule – Foto 2
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B&B Le Ferule – Foto 8
B&B Le Ferule – Foto 9
Manfredonia – Foto 1
Tag 9

Manfredonia

So, 21. Juli · Manfredonia, Foggia, Italy, IT · ☀️ 31°C

In Manfredonia ist es tagsüber heiß. Anders als in Vieste, wo immer ein kleiner Wind für Erfrischung sorgt und die engen, mittelalterlichen Gassen der Altstadt Schatten spenden, gibt es hier nur wenig Möglichkeiten der Hitze zu entkommen. So verbringen wir unseren Vormittag am überfüllten Strand und planen erst wieder für den Abend Aktivitäten die mit Bewegung zu tun haben. Am besten einfach drin bleiben. Tagsüber geht hier gar nichts. Die Straßen sind menschenleer und wo gestern Abend noch quirliger Trubel herschte, herscht Totenstille. Da hilft es auch nix dass unsere Mägen knurren - gnadenlos bleibt alles geschlossen und die meisten Restaurants werden auch erst wieder Abends öffnen.

Manfredonia – Foto 2
Manfredonia – Foto 3
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Manfredonia – Foto 6
Wo Kunst die Zeit rekonstruiert – Foto 1
Tag 9

Wo Kunst die Zeit rekonstruiert

So, 21. Juli · Manfredonia, Foggia, Italy, IT · ⛅ 28°C

Am späten Nachmittag spazieren wir nach Siponto um uns die freie Rekonstruktion der Basilika von Siponto des jungen italienischen Bildhauers und Bühnenbildners Edoardo Tresoldi anzusehen. Das Gebilde aus dünnem Metallgeflecht wirkt durchscheinend und unscharf und erinnert in manchen Perspektiven an ein Hologramm.

Wo Kunst die Zeit rekonstruiert – Foto 2
Wo Kunst die Zeit rekonstruiert – Foto 3
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Wo Kunst die Zeit rekonstruiert – Foto 7
Abendspaziergang zurück... – Foto 1
Tag 9

Abendspaziergang zurück...

So, 21. Juli · Manfredonia, Foggia, Italy, IT · ☁️ 26°C

Von Siponto geht's zurück in die Altstadt von Manfredonia wo wir den Tag beim Italiener (was sonst ;-) ausklingen lassen.

Abendspaziergang zurück... – Foto 2
Abendspaziergang zurück... – Foto 3
Abendspaziergang zurück... – Foto 4
Abendspaziergang zurück... – Foto 5
Abendspaziergang zurück... – Foto 6
Ankunft in Matera – Foto 1
Tag 10

Ankunft in Matera

Mo, 22. Juli · Matera, Matera, Italy, IT · ☀️ 30°C

Wir verlassen die Küstenregion am Gargano und fahren mit dem Flixbus weiter nach Matera. Es sind schon jetzt 34° und bis zu unserer Unterkunft steht uns noch ein Fußmarsch von über einer halben Stunde bevor... Eigentlich... denn als wir gerade die Lage peilen, werden wir von einem Mann angesprochen - es stellt sich heraus, dass es unser Vermieter ist, der uns hier überraschend aufliest und mit dem Auto mitnimmt. Auch bei unserer Abfahrt fährt er uns früh um 5:30 zurück zum Busbahnhof.

Ankunft in Matera – Foto 2
Die Sassi – Foto 1
Tag 10

Die Sassi

Mo, 22. Juli · Matera, Matera, Italy, IT · ☀️ 26°C

Matera ist weltweit eine der ältesten bewohnten Städte und bekannt für seine Höhlensiedlungen - den sogenannten Sassi, welche von den Bewohnern in den weichen Sand- und Tuffstein gehauen wurden. Das gewonnene Gestein aus den Höhlen wurde dann als Baumaterial für Anbauten und Fassaden verwendet. So entstand im Laufe der Jahrtausende eine Felsenstadt mit schmalen Gassen, steilen Stufen, kleinen Plätzen und Felsenkirchen. Ein Teil der Höhlen stammt noch aus vorchristlicher Zeit.

Die Sassi – Foto 2
Die Sassi – Foto 3
Die Sassi – Foto 4
Die Sassi – Foto 5
Die Sassi – Foto 6
Die Sassi – Foto 7
Die Sassi – Foto 8
Die Sassi – Foto 9
Casa Grotto – Foto 1
Tag 11

Casa Grotto

Mo, 22. Juli · Matera, Matera, Italy, IT · ☁️ 21°C

In den letzten Jahrzehnten hat Matera eine rasante und bewegte Entwicklung durchgemacht. In den Vierteln Sasso Caveoso und Sasso Barisano lebten noch bis in die 50er Jahre hinein Menschen mit ihre Tieren in fensterlosen Höhlen ohne Strom, Kanalisation und Heizung. Die schlechten hygienischen Zustände führten dazu, dass sich Krankheiten wie Malaria und Typhus die zu dieser Zeit in Europa nahezu ausgerottet waren ausbreiten. Die Kindersterblichkeit war viermal so hoch wie im Rest Europas und stieg auf beinahe 44%. Ein literarisches Werk führte schließlich zu den bewegendsten Ereignissen der jüngeren Vergangenheit. Durch sein Buch "Christus kam nur bis Eboli" (1944) in dem Carlo Levis seine Zeit des Exils im Süden Italiens verarbeitet, geriet auch Matera in den Fokus der Öffentlichkeit und stand plötzlich für die Unterentwicklung des Südens insgesamt. Als Gegenmaßnahme wurde 1954 der Plan zur Räumung der Sassis und Aussiedlung der Bewohner unterzeichnet. In den folgenden Jahren wurden neue Siedlungen errichtet und an die 17.000 Menschen umgesiedelt. Einige sahen es als Befreiung, andere leisteten Wiederstand. Einst als nationale Schande verschrien, wurden die Höhlenwohnungen Sassi di Matera 1993 UNESCO Weltkulturerbe. Heute ist Matera Kulturhauptstadt Europas 2019 und zieht immer mehr Touristen an, die in den sanierten und modernisierten Sassi übernachten. Einige Wohnungen können heute in Form eines Museums besichtigt werden.

Casa Grotto – Foto 2
Casa Grotto – Foto 3
Zurück in Neapel – Foto 1
Tag 12

Zurück in Neapel

Mi, 24. Juli · Naples, Napoli, Italy, IT · ☀️ 33°C

Früh um 6:00 Uhr geht es zurück nach Neapel. Wir wohnen diesmal nicht ganz so nobel in der Altstadt und sind im ersten Moment etwas erschrocken vom Zustand des Hauses und der Wohnung. Trotzdem überwiegen die Vorteile, denn wir haben Zugang zu einer Terrasse und 3 Dächern und somit einen wahnsinns Blick über die Stadt aus der im Hintergrund der Vesuv hervorragt. Auch wenn Sauberkeit und Zustand nicht gerade dem Preis angemessen scheinen, haben wir auf der anderen Seite eine toll geschnittene Wohnung mit sehr viel Platz, die Möglichkeit unsere Wäsche zu waschen und selbst zu kochen.

Zurück in Neapel – Foto 2
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Zurück in Neapel – Foto 13
Zurück in Neapel – Foto 14
The Bourbon Tunnel – Foto 1
Tag 13

The Bourbon Tunnel

Do, 25. Juli · Naples, Napoli, Italy, IT · ☀️ 32°C

Führung durch den bourbonischen Tunnel im unterirdischen Neapel.

The Bourbon Tunnel – Foto 2
The Bourbon Tunnel – Foto 3
The Bourbon Tunnel – Foto 4
The Bourbon Tunnel – Foto 5
The Bourbon Tunnel – Foto 6
The Bourbon Tunnel – Foto 7
The Bourbon Tunnel – Foto 8
The Bourbon Tunnel – Foto 9
Foltermuseum – Foto 1
Tag 14

Foltermuseum

Fr, 26. Juli · Naples, Napoli, Italy, IT · ⛅ 29°C

Foltermuseum – Foto 2
Foltermuseum – Foto 3
Chiesa di Santa Luciella – Foto 1
Tag 14

Chiesa di Santa Luciella

Fr, 26. Juli · Naples, Napoli, Italy, IT · ⛅ 29°C

Junge Neapolitaner organisieren die Führung und nehmen die schrittweise Restaurierung der kleinen Kirche selbst in die Hand... Unser Guide jedenfalls ist mit Feuereifer bei der Sache und so bekommen wir einen ersten Eindruck vom Totenkult in Neapel.

Chiesa di Santa Luciella – Foto 2
Chiesa di Santa Luciella – Foto 3
Cimitero Delle Fontanelle – Foto 1
Tag 14

Cimitero Delle Fontanelle

Fr, 26. Juli · Naples, Napoli, Italy, IT · ☀️ 30°C

Nicht mehr als 30-40 Minuten zu Fuß benötigen wir für unseren Weg, der uns aus dem Zentrum der Altstadt Richtung Norden führt. Die Gegend wird zunehmend ruhiger und die Gassen trostloser, bis wir plötzlich eine auffallend bunt bemalte Kirche bemerken, neben der sich der Eingang zum Friedhof befindet - wir sind da. Der Friedhof Fontanelle ist eng verbunden mit den vielen tragischen Ereignissen in der Geschichte Neapels. Der ehemalige Steinbruch entwickelte sich 1654 erstmals zu einem Massengrab als durch die Pest täglich 1500 Menschen verstarben. Über die Hälfte der Neapolitaner fiel der Seuche zum Opfer und die städtischen Friedhöfe waren schnell überfüllt. Es folgten mehrere Hungersnöte, drei Volksaufstände ebenso viele Erdbeben und fünf Ausbrüche des Vesuvs. Nach Ausbruch der Cholera im Jahre 1837 wurden weitere Leichname auf dem Friedhof angehäuft und es wurde verboten, die Toten weiterhin in den Kirchen innerhalb der Stadt zu begraben, weshalb unzählige Körper in das Beinhaus Fontanelle überführt und zur letzten Ruhe gebettet wurden. Diese Ruhe währte allerdings nicht ewig, denn heftige Regenfälle schwemmten Schlammlawinen mit Knochen und Schädeln über die Straßen des anliegenden Sanita Viertels. Daraufhin wurde der Friedhof neu organisiert. Die Gebeine wurden von den Anwohnern eingesammelt und fein säuberlich, niederschlagssicher aufgestapelt. Ungefähr zu dieser Zeit verbreitete sich der Kult der L’anima pezzentella. Besonders ältere Damen "adoptierten" einen oder mehrere Schädel - wuschen und pflegten ihn, denn jeder Tropfen Wasser bedeutete für die im Fegefeuer schmorende Seele eine kühlende Linderung. Für die empfangenen Wohltaten wollten die Seelen sich natürlich revanchieren und unterstützen die Lebenden mit Wundern! Je erfolgreicher die Zusammenarbeit mit dem Totenkopf verlief, desto mehr wurde er gepflegt und verwöhnt. Der Schädel wurde auf ein Seidenkissen gebetet, mit Schmuck verziert und mit Blumen dekoriert. Für jedes Wunder, das ein Schädel erwies, spendierte seine Fürsorgerin ihm eine weitere Verzierung oder gar ein eigenes Häuschen... wenn sich der Schädel hingegen trotz aller Zuwendung nicht revanchierte, suchte sich die Damen einen anderen Schädel, der sich hoffentlich als kooperativer erwies.

Cimitero Delle Fontanelle – Foto 2
Cimitero Delle Fontanelle – Foto 3
Cimitero Delle Fontanelle – Foto 4
Cimitero Delle Fontanelle – Foto 5
Cimitero Delle Fontanelle – Foto 6
Cimitero Delle Fontanelle – Foto 7
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Cimitero Delle Fontanelle – Foto 10
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Cimitero Delle Fontanelle – Foto 15
Cimitero Delle Fontanelle – Foto 16
Cimitero Delle Fontanelle – Foto 17
Samstag Vormittag – Foto 1
Tag 15

Samstag Vormittag

Sa, 27. Juli · Naples, Napoli, Italy, IT · ⛅ 31°C

Morgendlicher Blick auf den Vesuv, farbenfrohe Obstauslage und ein kleines, aber stimmungsvolles Konzert auf einem Balkon in einer Seitengasse Neapels. Es wird sehr gern gesungen...

Samstag Vormittag – Foto 2
Samstag Vormittag – Foto 3
Samstag Vormittag – Foto 4
Samstag Vormittag – Foto 5
Samstag Vormittag – Foto 6
Neapels Fegefeuerkirche – Foto 1
Tag 15

Neapels Fegefeuerkirche

Sa, 27. Juli · Naples, Napoli, Italy, IT · ⛅ 31°C

Santa Maria del Purgatori

Neapels Fegefeuerkirche – Foto 2
Neapels Fegefeuerkirche – Foto 3
Neapels Fegefeuerkirche – Foto 4
Naples Streetart... – Foto 1
Tag 16

Naples Streetart...

So, 28. Juli · Naples, Napoli, Italy, IT · ⛅ 28°C

Naples Streetart... – Foto 2
Naples Streetart... – Foto 3
Naples Streetart... – Foto 4
Naples Streetart... – Foto 5
Naples Streetart... – Foto 6
Naples Streetart... – Foto 7
Naples Streetart... – Foto 8
Naples Streetart... – Foto 9
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Naples Streetart... – Foto 11
Naples Streetart... – Foto 12
Naples Sweets – Foto 1
Tag 16

Naples Sweets

So, 28. Juli · Naples, Napoli, Italy, IT · ⛅ 29°C

Naples Sweets – Foto 2
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Naples Sweets – Foto 6
Naples Sweets – Foto 7