Nachdem wir gestern unser Frühstück ganz souverän verschlafen haben (kein Wecker – ausschlafen war angesagt), gehen wir den Tag heute etwas bewusster an. Bei der Hitze hat sich ein simples Prinzip bewährt: früh starten und zur Mittagszeit eine ausgiebige Siesta einplanen. Also treffen wir uns zum Frühstück, füllen die Speicher auf und laufen los. Ziel ist die buddhistische Tempelanlage Wat Lat Phrao, ungefähr eine Stunde zu Fuß entfernt.
Da in Thailand Hauptreisezeit ist, heben wir uns die berühmten – und entsprechend touristischen und vermutlich überfüllten – Tempel lieber für später auf.
Und wie so oft merken wir schon nach den ersten Minuten: Auch der Weg ist das Ziel. Wir laufen durch ein Bangkok, das zwar belebt ist, aber weder besonders großstädtisch noch sonderlich modern wirkt. Natürlich gibt es alle paar Meter einen 7‑Eleven – perfekt für Getränkenachschub und ein kurzes Akklimatisieren. Im Schatten läuft es sich überraschend gut, und am Wegesrand bekommt man viel vom Alltag und dem lokalen Leben mit.
Wieder zeigt sich, wie kontrastreich Bangkok ist – und wie unterschiedlich die Lebensstandards innerhalb der Stadt ausfallen.
Kurz bevor wir die Tempelanlage erreichen, schickt uns Google Maps durch eine schmale Gasse, fast eher ein Steg: kaum einen Meter breit, links und rechts kleine Hütten, teils auf Stelzen am Rand eines Klong. Weil die Räume häufig offen sind, fühlt es sich an, als würden wir direkt durch die Wohnzimmer der Menschen laufen – ich verzichte daher aufs Fotografieren. Ich komme mir etwas störend vor, doch viele der Bewohner begegnen uns eher neugierig und grüßen freundlich.
Wat Lat Phrao (วัดลาดพร้าว) ist ein buddhistischer Tempel im Norden Bangkoks. Abseits der großen Touristenrouten sind wir hier fast allein – nur die kleinen Glocken an den Giebeln der reich verzierten Dächer klingen unaufhörlich im Hintergrund.
Die Anlage ist viel größer und schöner, als wir erwartet haben: reich an Figuren, Bildern, Reliefs und Verzierungen. Die Dächer funkeln verspiegelt, und in der Halle stehen unfassbar viele Buddhastatuen, verteilt auf mehreren Ebenen – darunter auch Darstellungen, die wir so noch nicht oft gesehen haben. Ein wunderschöner, freundlicher Ort.
Mit dem Taxi geht es zurück zum Hotel und an den Pool, den wir wieder ganz für uns allein haben. Danach treffen wir Vorbereitungen für morgen und organisieren unsere Weiterfahrt.